Warum statische Projektschätzungen fast immer scheitern
Werden Projekte nur mit einer einzigen Zahl geschätzt, wird unbewusst entweder vom optimalen Best-Case ausgegangen oder ein willkürlicher Sicherheitsaufschlag gewählt. Die PERT-Methode (Program Evaluation and Review Technique) löst dieses Problem durch eine statistische Dreipunkt-Schätzung nach der Beta-Verteilung:
PERT-Gewichtung
Erwartungswert μ = (Optimistisch + 4 × Realistisch + Pessimistisch) / 6.
Sigma-Risikomaß
Standardabweichung σ = (Pessimistisch - Optimistisch) / 6 misst die Planungsunsicherheit.
95 % Liefersicherheit
Mit einem Puffer von +2σ (2 Standardabweichungen) wird die Deadline zu 95,4 % sicher eingehalten.
Konfidenzintervalle & Risikopuffer in der Praxis
Je nach Risikotoleranz des Projekts und Vertragsform (z. B. harter Festpreis vs. agiles Time & Material) wird der Puffer dimensioniert:
| Sicherheitslevel | Berechnung (Pufferformel) | Eintreffwahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| Standard (Erwartungswert μ) | μ = (O + 4M + P) / 6 | 50,0 % |
| 1-Sigma Puffer (+1σ) | μ + 1 × σ | 68,2 % |
| 2-Sigma Puffer (+2σ) | μ + 2 × σ (Empfohlen für Festpreis) | 95,4 % |
| 3-Sigma Puffer (+3σ) | μ + 3 × σ (Mission-Critical) | 99,7 % |
Vorteil für Kundenangebote und Festpreisprojekte
Mit dem PERT-Kalkulator können Freelancer und Agenturen den Risikopuffer gegenüber Auftraggebern transparent begründen und sich bei Festpreisprojekten vor unbezahlten Mehraufwänden durch Scope Creep oder unerwartete technische Hürden schützen.