Freelance-Ökonomie: Den Tagessatz realistisch mit einem Angestellten-Jahresgehalt vergleichen
Beim Wechsel zwischen Festanstellung und freiberuflicher Selbstständigkeit (oder umgekehrt) führt ein reiner Vergleich von Brutto-Umsatz und Jahresgehalt zu fatalen Fehlentscheidungen. Nur wer Lohnnebenkosten des Arbeitgebers, Betriebsausgaben, unbezahlte Urlaubs-/Krankheitstage und unternehmerische Risikopuffer berücksichtigt, ermittelt das reale Gehaltsäquivalent.
1. Die Kernformeln der Gehalts-Äquivalenz
- Freelance-Bruttoumsatz:
Netto-Tagessatz × Fakturierbare Projekttage p. a. - Operativer Gewinn vor Vorsorge:
Bruttoumsatz − Jährliche Betriebsausgaben - Äquivalentes Bruttogehalt:
Operativer Gewinn / (1 + AG-Nebenkosten % + Risikopuffer %) - Schnelle Faustformel:
Tagessatz × 110 ≈ Äquivalentes Bruttojahresgehalt
2. Drei Leitlinien für Freelance-Honorare
Sichern Sie Ihren Lebensstandard durch Kalkulation mit maximal 180 abrechenbaren Tagen pro Jahr, Aufbau einer Liquiditätsreserve von mindestens 6 Monatsausgaben und konsequente Einpreisung von Weiterbildungs- und Altersvorsorgekosten in Ihren Tagessatz.