Skonto vs. Lieferantenkredit: Die kaufmännische Zinsfalle
Im geschäftlichen Alltag gewähren Lieferanten häufig Zahlungskonditionen wie „3 % Skonto innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto kasse“. Für Unternehmen stellt sich dabei regelmäßig die Frage, ob Rechnungen sofort unter Skontoabzug bezahlt werden sollten – selbst wenn dafür das Geschäftskonto überzogen werden muss.
1. Die Berechnung des effektiven Jahreszinses
Nimmt ein Kunde das Zahlungsziel von 30 Tagen in Anspruch, leiht er sich das Geld vom Lieferanten für 20 Tage (Differenz zwischen 10 Tagen Skontofrist und 30 Tagen Zahlungsziel). Der Preis für dieses 20-tägige Darlehen ist der entgangene Skontobetrag.
Nach der kaufmännischen Zinsformel entspricht ein Skontosatz von 3 % bei 20 Tagen Kreditdauer einem effektiven Jahreszinssatz von 55,67 % p. a. – ein Zinssatz, der jeden Bankkredit um ein Vielfaches übersteigt.
2. Wirtschaftliches Fazit für das Working Capital
Solange der Zinssatz für einen Kontokorrent- oder Rahmenkredit bei der Bank niedriger ist als der effektive Jahreszins des Lieferantenkredits, sollte immer Skonto in Anspruch genommen werden. Die Zinskosten der Bank für die Zwischenfinanzierung betragen meist nur einen Bruchteil des erzielten Skontogewinns.